European Wildlife Estate

Vermutlich kann man nirgendwo so intensiv die Natur erleben wie bei der Jagd. Man kann die Jagd im weitesten Sinn auch mit dem Golfsport vergleichen. Kein Golfer wird gefragt, ob er gerne Bälle in Löchern versenkt. Der Weg ist das Ziel. Bei der Jagd verbringe ich 99% der Zeit nicht mit dem Erlegen von Tieren, sondern erlebe die Natur hautnah. Um dieses Naturerlebnis noch intensiver zu erleben, habe ich mir neben meinen drei Pachtrevieren vor einigen Jahren mitten in der Mecklenburger Seenplatte ein ca. 140 ha großes Biotop zugelegt. Ich habe mich anschließend bemüht, dies behutsam zu renaturieren, Besucherströme zu lenken, Ruhezonen einzurichten sowie Wiesen wieder zu vernässen. Die etwa 60 ha großen Grünlandflächen werden extensiv von einer kleinen Mutterkuhherde beweidet, damit das Offenland, welches weitestgehend aus Magerrasenflächen besteht, als solche erhalten bleiben. Schon immer war dort eine sehr große Artenvielfalt vorzufinden. Um diese zu erhalten, habe ich versucht, diese Biotope schonend zu erhalten und teilweise neue anzulegen. Dazu gehört beispielsweise eine ganzjährige Bienenweide auf einer rund 5 ha umfassenden Ackerfläche, um auch den Insekten eine dauerhafte Nahrungsgrundlage anzubieten. Vor etwa 3 Jahren habe ich mich um die Zertifizierung als European Wildlife Estate beworben und wurde als 8. Betrieb in Deutschland zertifiziert. Bei dieser Zertifizierung werden besonders die biologische und extensive Bewirtschaftung sowie eine hohe Biodiversität bewertet. Insgesamt wurden auf dieser relativ kleinen Fläche 168 Wirbeltierarten kartiert, vom Teichmolch bis zum Rothirsch. Darunter finden sich auch 11 Rote Liste 1 Arten wie zum Beispiel der Fisch- und Seeadler, der Pirol, der Wiedehopf, die Rohrdommel und der Schlammpeitzger. etc.