Die Jagd

Seit nunmehr 45 Jahren jage ich in meinen Revieren in OWL und MVP.
Oft werde ich gefragt, hast Du Spaß daran, Tiere totzuschießen oder warum jagst Du?

Meistens wird auf diese Frage geantwortet, wir müssten Regulator des Wildbestandes sein, krankes Wild erlösen, Wildschäden im Feld und Verbiss im Wald reduzieren. Diese Dinge versuche ich natürlich zu erfüllen, doch bedeutet die Jagd für mich auch eine besondere Art der Freude und Entspannung. Zudem ist es für mich von großer Wichtigkeit, den qualitativ hochwertigsten sowie biologischsten Braten auf den Tisch zu bringen. Meiner Ansicht nach ist es unehrlich, nur die oben genannten Gründe anzuführen. Denn kein Nichtjäger würde mir abnehmen, dass ich mir zunächst für viel Geld eine Jagd pachte, teures Equipment, wie Jagdwaffen, Ausrüstung, Geländewagen und vieles mehr zulege und mir dann bei Kälte und Nässe die Nächte um die Ohren schlage, um Landwirte und Waldbesitzern vor Wildschäden zu bewahren.

Bei der Jagd wird sehr behutsam vorgegangen. Es wird nur in Intervallen einmal im Monat bei Ansitz und Pirsch gejagt, ansonsten werden Wald und Grünland kaum vom Menschen betreten. Trotz des relativ hohen Wildbestandes, haben wir im Wald so gut wie keine Verbissschäden, da das Wild auch am Tage auf den Freiflächen äsen (fressen) kann. Neben dem Schalenwild (Rotwild, Damwild, Schwarzwild und Rehwild) bejagen wir auch konsequent Prädatoren wie Marderhund, Waschbär und Fuchs. Vor allem sind es seltene Boden- und Baumbrüter, die besonders vom Waschbären massiv reduziert werden und ohne Bejagung keine gute Überlebenschance hätten.